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Der Befund

Goomalling-Perth — 01.06.2000

Nach einer wohltuenden heißen Dusche in Jo und Toms kleinem Haus fahre ich mit gemischten Gefühlen nach Perth. Ich bin überrascht welch eine Strecke wir trotz der vielen Anfangsprobleme bereits zurückgelegt haben. Manchmal kreuzen die Schienen die Straße und ich kann mich genau daran erinnern was ich vor Tagen oder Wochen dachte, als auch wir mit unserer Karawane an dieser Stelle den Asphaltstreifen überquerten. Bevor ich dann den Hautspezialisten aufsuche besorge ich noch einige Kleinigkeiten, die mir Tanja aufgetragen hat.

Um 14 Uhr ist es dann soweit. Dr. Molton schüttelt mir die Hand, bittet mich in sein Büro und erklärt mir mit kurzen Worten den Verlauf des Minieingriffes. “Ich denke nicht das es Hautkrebs ist,” sagt er, “Wir müssen allerdings eine Hautprobe einschicken. Sollte der Befund positiv ausfallen werden sie nach dem Eingriff eine schiefe Nase besitzen. Die Stelle ist direkt am Knorpel und wir müssen tief schneiden. Wenn ich die Wunde dann zunähe wird sich höchstwahrscheinlich ihr Nasenflügel nach oben ziehen!” Etwas geschockt nehme ich seine Worte entgegen und bete, davor verschont zu bleiben. Nachdem er die Stelle mit einem Laser bearbeitet hat und mir den kleinen Übeltäter, der jetzt in einer Flüssigkeit schwimmt, zeigt verabschiede ich mich von dem freundlichen Fachmann.

Wenig später sitze ich wieder in unserem Holden. Der Punkt an meiner Nase brennt unmerklich. Skeptisch betrachte ich mich im Rückspiegel, nur um erleichtert festzustellen, dass ich unverändert aussehe. Schon morgen Mittag werde ich wissen, was der Pathologe festgestellt hat. Claudia und Angelika, die mich für ein paar Tage aufnehmen, empfangen mich sehr herzlich. Ich werde wie ein Prinz mit leckeren Mahlzeiten verwöhnt, nehme ein Bad und schlafe in einem wunderbaren Bett. Obwohl wir erst seit drei Wochen unterwegs sind freue ich mich schon wieder über den Luxus der Zivilisation.

Tag: 21

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