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Gespenstische Ruhe

Perth-Goomalling — 04.06.2000

Am Sonntag Abend bin ich endlich mit dem Schreiben fertig. Ich verabschiede mich von den perfekten, liebenswerten und herzlichen Gastgebern Claudia und Angelika. Es ist dunkel als ich durch die Straßen von Perth fahre. Ich beeile mich, unser Camp bei Goomalling zu erreichen. Der Great Eastern Highway ist wie ausgestorben und ich hoffe, dass mir keines der Kängurus ins Auto springt.

Um 20 Uhr 45 erreiche ich unser Lager. Überrascht bemerke ich, dass kein Feuer brennt. Ich stelle den Motor des alten Holden ab und lausche erst mal. Gespenstische Ruhe liegt über dem Camp. Nichts, absolut nichts ist zu hören. Noch vor zwei Stunden habe ich mit Tom telefoniert und mich mit ihm über sein selbst gebrautes Bier und die T-Bonesteaks, die wir grillen wollten unterhalten und jetzt ist das Camp wie ausgestorben. Nicht einmal Rufus kommt heran gewetzt um mich in seiner überschwänglichen Freude zu begrüßen. Es wird doch nichts geschehen sein! Schreckliche Gedanken durchkreuzen mein Kopf. Vorsichtig öffne ich die Tür des Autos und lasse meinen Blick über unseren Campplatz gleiten. Es sieht alles recht friedlich aus. Dann prüfe ich die Feuerstelle in der noch einige Äste glühen. Wahrscheinlich sind sie schon schlafen gegangen. “Tanja, Tanja!” Rufe ich verhalten, worauf ich aus der Richtung unseres Zeltes ein müdes Murmeln vernehme. Erleichtert schreite ich zum Zelt und öffne den Reißverschluss. Tanja schlägt ihre verschlafenen Augen auf und begrüßt mich mit einem Kuss. “Wir konnten nicht mehr warten. Wir waren zu müde. Du weißt ja, dass die Abende im Camp oft recht kurz sind,” flüstert sie noch und schläft sofort wieder ein.

Tag: 24

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