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Hätte ich keine Schmerzen wäre ich ein glücklicher Mensch

Herz-Camp — 19.06.2000

Durch das Medikament sind die Schmerzen stark gedämpft und ich bin in der Lage diese Zeilen zu schreiben. Natürlich bekommt mir das stundenlange Sitzen auch nicht, doch irgendwie muss es weitergehen. Das Wetter ist extrem schlecht, es stürmt nun schon seit drei Tagen. Immer wieder regnet es kräftig und Tanja und ich versuchen unsere Moral aufrecht zu halten. Mittags hole ich mir einen weiteren Fliespullover aus dem Rucksack. Ich öffne eine der Schnallen als plötzlich ein kleiner Skorpion neben meiner Hand das Weite sucht. Das hätte ich jetzt noch gebrauchen können, von einem dieser giftigen Kriechtiere gestochen zu werden. Unabhängig von meinem Zustand muss der Tagesablauf weitergehen. Tanja muss nun morgens und abends die Kamele alleine hüten. Ich kann ihr kaum behilflich sein. Nach ihren Aussagen hat sie alle Mühe die fünf Tiere unter Kontrolle zu halten. Manchmal stürmen sie schlagartig und aus nicht ersichtlichen Gründen durch das Unterholz oder auf das nahe offene Feld. Abends gibt es Kartoffel- und Linseneintopf. Wäre es ein sonniger, regen- und schmerzfreier Tag wäre ich ein glücklicher Mensch.

Tag: 39

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